Immobilienverrentung
Veröffentlicht am: 06.03.18

Die Immobilienverrentung – eine Alternative zum Verkauf?

Wer in der eigenen Immobilie lebt, möchte in dieser vor allem im Alter noch wohnen. Das mietfreie Wohnen im gewohnten Umfeld bedeutet vor allem Rentnern oft sehr viel, doch in vielen Fällen reicht die Rente nicht aus, um die hohen Nebenkosten zu zahlen und um die Immobilie instand zu halten. Das vorhandene Kapital, das dazu genutzt werden könnte, steckt in der Immobilie und ist daher nicht verfügbar. Ein Teufelskreis, doch die Immobilienverrentung kann in diesen Fällen eine Lösung sein.

So kann die Immobilie auch ohne Verkauf bei der Rente helfen

Die Immobilienverrentung oder auch Leibrente ist eine Alternative für alle, die die Immobilie nicht verkaufen, aber trotzdem das Geld aus einem Verkauf der Immobilie nutzen möchten, um die Rente aufzubessern. 
Das Prinzip der Leibrente oder Immobilienverrentung funktioniert folgendermaßen: 
Der Immobilienbesitzer verkauft die Immobilie. Käufer ist in der Regel ein Investor oder eine gemeinnützige Organisation. Der Kaufpreis, den der Verkäufer erhält, liegt bei der Immobilienverrentung deutlich unter dem Marktwert. Der Käufer garantiert dem Verkäufer jedoch ein meist lebenslanges Wohnrecht oder ein Nießbrauchrecht an der verkauften Immobilie. 
Somit kommt der Käufer günstig an die Immobilie und der Verkäufer hat den Vorteil, dass er sein Kapital, das in der Immobilie steckt, nutzen kann, um seine Rente aufzubessern. Zudem muss er sein gewohntes Lebensumfeld nicht verlassen. 
Anders als bei einem regulären Verkauf wird außerdem bei einer Immobilienverrentung mit Wohnrecht der Kaufpreis nicht auf einmal, sondern als monatliche Rentenzahlung gezahlt.
Die Höhe der monatlich gezahlten Rente wird zwischen Käufer und Verkäufer individuell ausgehandelt und ist abhängig von dem Alter des Verkäufers und dem Wert der Immobilie. Je älter der Verkäufer und je wertvoller die Immobilie, desto höher wird die monatliche Leibrente ausfallen. Die Leibrente berücksichtigt dabei die Inflationsrate und steigt somit über die Jahre hinweg an. 
Verstirbt der Verkäufer, geht die Immobilie in den Besitz des Käufers über. 
Es kann jedoch auch eine Mindestlaufzeit der Leibrente vereinbart werden und bei einem vorzeitigen Todesfall wird die Leibrente bis zum Ende der Laufzeit an die Erben weitergezahlt. Erst mit Ablauf der vereinbarten Laufzeit geht die Immobilie an den Käufer über.

Wohnrecht oder Nießbrauchrecht

Damit der Verkäufer seine Immobilie weiter bewohnen kann, ist es wichtig, bei einer Immobilienverrentung ein Wohnrecht zu vereinbaren. Dieses Wohnrecht sollte bis zum Lebensende vereinbart werden und notariell beglaubigt und im Kaufvertrag vermerkt werden. Damit wird das Wohnrecht ins Grundbuch eingetragen und ist untrennbar mit der Immobilie verbunden. Das bedeutet: Selbst wenn die Immobilie verkauft wird, bleibt das vereinbarte Wohnrecht von dem Eigentümerwechsel unberührt. 
Deutlich weiter als das Wohnrecht geht das Nießbrauchrecht. Das Nießbrauchrecht ist immer eine lebenslange Vereinbarung und endet erst mit dem Tod des Nießbrauchberechtigten. 
Wurde ein Nießbrauchrecht vereinbart, hat der Verkäufer nicht nur ein Wohnrecht, sondern er hat auch das Recht, Gewinne und Erträge aus der Immobilie zu ziehen. Das bedeutet, dass der Verkäufer die Immobilie beispielsweise auch vermieten oder verpachten kann, wenn er ins Altersheim zieht oder die Immobilie aus anderen Gründen nicht mehr selbst bewohnt. Die Miete oder Pacht steht ihm als Nießbrauchberechtigter in voller Höhe zu. 
Ebenso wie das Wohnrecht sollte auch das Nießbrauchrecht notariell beglaubigt werden. Es wird ebenso im Grundbuch eingetragen. 
Der entscheidende Unterschied zwischen der Eintragung eines Wohnrechts oder eines Nießbrauchrechts bei einer Immobilienverrentung ist jedoch, dass der Verkäufer bei der Vereinbarung eines Nießbrauchrechts den Kaufpreis komplett ausgezahlt bekommt, anstatt eine monatliche Rente zu bekommen. 
Der Verkaufspreis ergibt sich in diesem Fall dadurch, dass der Nießbrauchwert vom Verkehrswert der Immobilie abgezogen wird.

Für wen ist die Immobilienverrentung geeignet?

Die Immobilienverrentung eignet sich vor allem für ältere Immobilieneigentümer ab etwa 70 Jahren, die nur eine geringe Rente beziehen und keine Erben haben, an die Sie die Immobilie vererben können oder möchten. 
Aber auch für alle anderen Ruheständler, die keine Erben haben, und die die Immobilie weiter nutzen möchten, aber gleichzeitig auch das in der Immobilie steckende Kapital noch zu Lebzeiten nutzen möchten, ist die Immobilienverrentung unter Umständen interessant.
Zu beachten ist jedoch immer, dass bei der Immobilienverrentung im Vergleich zum Verkauf eine deutlich geringere Geldsumme fließt. 
Im individuellen Fall kann die Immobilienverrentung aber trotz des finanziellen Verlusts eine gute Lösung sein. Die Angebote sollten jedoch gut verglichen werden, um das Passende zu finden. 
Haben Sie Interesse an einer Immobilienverrentung im Raum Neunkirchen-Seelscheid oder haben Sie weitere Fragen rund um die Leibrente, sprechen Sie uns gern an.

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